01.04.2021

[BREAKING NEWS] Siemens: first machine falls victim to Covid-19

Siemens stellt ersten Coronafall bei Industrieroboter fest

München. Die düstere Vermutung ist einer traurigen Gewissheit gewichen. Der erste Fall einer maschinellen Infektion durch das Coronavirus wurde soeben bestätigt. Ein Siemens-Steuerungsmodul, das in der Talstation eines Tiroler Skiliftes verbaut war und Anfang März zu routinemäßigen Wartungszwecken an den Hersteller geschickt wurde, war offenbar mit dem Virus infiziert. Die Kontaktkette kann nicht mehr vollständig nachvollzogen werden, dennoch gehen Experten davon aus, dass eine spontane und feucht-fröhliche Après-Ski-Party am Lifthäuserl des "unteren Watschenschleppers" im hinteren Zillertal Gelegenheit zur ersten Mensch-Maschine-Tröpfcheninfektion bot. Festgestellt hat den Ausbruch der Krankheit ein Service-Mitarbeiter in Amberg, der sich über die hohe Temperatur des Moduls wunderte, die nach einer längeren Logistik und Lagerung um den Gefrierpunkt erst auf einen Überspannungsschaden hinzuweisen schien. Erst nachdem eine bleiche Gehäusefarbe und ein trockenes Scheppern im Lüftungsschlitz die typische Symptomatik der Erkrankung aufwies, entschloss man sich, das Gerät auch auf Covid-19 zu testen.

Das Ergebnis und die möglichen Folgen lassen nun sowohl Virologen als auch Industrie4.0-Experten verwundert zurück. Erste Maßnahmen beinhalten zum einen eine 14-tägige Quarantäne aller Güter, die sich im selben Container wie das betroffene Modul befanden, sowie eine digitale Ausgangssperre des Standortes. Alle Komponenten werden offline genommen, um eine Infektion anderer Geräte über die Cloud zu verhindern. "Gerade unsere Digital Twins müssen jetzt geschützt werden, zumindest bis eine robuste Impfung zur Verfügung steht", wird ein hochrangiger Manager der Siemens Technology zitiert, gleichwohl noch gänzlich unklar ist, wie im virtuellen Raum eigentlich getestet werden kann, und welche Symptome sich dort zeigen würden.

Inzwischen wurde eine Kontaktsperre für alle industriellen Geräte verhängt. Das unter Industrierobotern ohnehin nicht stark verbreitete Händeschütteln wird ab sofort gänzlich untersagt, zudem dürfen sie deutschlandweit innerhalb von Gebäuden nur noch in Gruppen von höchsten 5 Vertretern derselben Produktfamilie eingesetzt werden. Bayern geht hier noch einen Schritt weiter, führt eine wöchentliche Testpflicht für alle technische Geräte ein, und untersagt auch Ansammlungen im Freien – begründet wird dies mit dem "natürlich höheren Entwicklungsstand und damit auch Autonomielevel der Industrieroboter in Bayern". Ausnahmen soll es nur im Bereich der Landwirtschaft und über die Osterfeiertage geben.

Die Stimmung unter den Industriegeräten dagegen ist gespalten. Einige äußerten Verständnis für die zeitlich begrenzten Maßnahmen, vermissen aber den direkten Austausch im Netzwerk, andere dagegen begrüßen die neuen Regeln und nutzen die Zeit des Abstandes für lange aufgeschobene Udpates, Muße und Selbstreflexion. Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, ist dagegen sehr groß. „Ein großer Vorteil unserer Zunft gegenüber den irrationalen menschlichen Reflexen auf die Gefahr der Epidemie liegt zum Einen in der meist positiven Erfahrungen mit regelmäßigen Security Patches, sowie dem geübten Umgang mit exponentiellen Entwicklungen“, lässt sich ein Vertreter der Siemens Robotic Workers‘ Councils zitieren.

Das Siemens AI Lab am Münchner Viktualienmarkt war in der Zwischenzeit für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Launige Behauptungen, KI stehe eigentlich für auch „Künstliche Infektiösität“ weist die Abteilung allerdings mit aller Schärfe auf ihrem Twitter-Account zurück. Dies sei eher „wohl eher ein billiger Aprilscherz“ und würde dem Ernst der Lage nicht gerecht.